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Nachhaltiger Reisen: 10 Tipps, wie du deinen ökologischen Fussabdruck im Urlaub reduzierst

Weisser Sandstrand, grüne Wälder, verschneite Berglandschaften – all das sind Orte, an denen man gerne Urlaub macht. Doch gleichzeitig sollte man besonders in diesen Naturlandschaften, wo viele Tiere auch zuhause sind besonders achtsam unterwegs sein, sodass auch noch Generationen nach uns daran teilhaben und sie genießen können. Das Bewusstsein für nachhaltiges Reisen ist in den letzten Jahren stark gestiegen und immer mehr Menschen machen sich Gedanken um ihren ökologischen Fussabdruck.

Das heisst nicht, dass wir nicht mehr reisen dürfen und uns zu Hause einsperren sollen, sondern es geht darum, bewusster, umweltverträglicher und fairer die Welt zu erkundigen. Erlebnisse sollten nicht einfach so selbstverständlich und in einem solchen Übermaß konsumiert werden, wie es heutzutage leider oft der Fall ist. Stattdessen sollte das Reisen und erkunden fremder Länder und Kulturen etwas Besonderes sein!

Nachhaltig reisen: Geht das überhaupt?

Können wir als Reisende etwas gegen die Klimakrise unternehmen? Lässt sich unsere Reiselust mit Klimaschutz vereinen? Die Antwort ist Jein. Wenn wir uns aber bewusst sind, WIE wir reisen, dann können wir zumindest dazu beitragen, dass unsere Erde nicht komplett ausgebeutet wird, sondern wir schonend mit den verfügbaren Ressourcen umgehen.

In diesem Beitrag möchte ich euch 10 Tipps zum nachhaltigen Reisen geben, die sich einfach umsetzen lassen:

Nachhaltig reisen: Wie funktioniert das?

Was können wir als Reisende nun konkret gegen die Umweltkrise unternehmen? Wie können wir weiterhin unserer Leidenschaft nachgehen und trotzdem den Planeten schützen? Wie lassen sich Nachhaltigkeit und Reisen mit gutem Gewissen vereinen?

1. Umdenken & Verantwortung übernehmen

Das Reisen sollte kein Wettbewerb sein, wo man sich misst, wer mehr Orte, schneller, weiter und luxuriöser reist. Vielmehr sollte das Erlebnis, die Momente in uns zum Staunen bringen, faszinieren, berühren und aus der Komfortzone herausfordern und uns nachhaltig verändern. Wir müssen einsehen, dass wir unsere schöne Welt mit unserem Verhalten zerstören. Wir müssen umdenken und handeln und nicht warten, bis die Politik etwas macht. Die Zeit tickt und wie viele wissenschaftliche Studien quantitativ untermauern, sieht unsere Zukunft düster aus (wenn es so weiter geht).

Die Verantwortung für unser Handeln übernehmen, bedeutet, dass wir uns in gewissen Dingen einschränken müssen, wie unbequemere Wege gehen, eine längere Anreise in Kauf nehmen und manchmal auch ganz verzichten müssen.

Verzicht ist für eine Gesellschaft (und insbesondere jüngere Generation) nicht leicht umzusetzen. Den grössten Beitrag kannst du leisten, indem du aufs Fliegen verzichtest. Hier werden die meisten CO2-Emissionen ausgestoßen. Stell dir die Frage, ob du nicht vielleicht sogar Zeit hast, dein Reiseziel beispielsweise mit dem Zug zu erreichen. Die Zugreise kann unglaublich entschleunigend wirken und ist ein tolles Erlebnis. Bei interrail gibt es unglaublich tolle Angebote, wo du ein Ticket kaufen kannst und dann innerhalb eines Monats 5 bzw. 7 Tage reisen kannst. So war ich beispielsweise letzten Herbst in Paris, Rom und Frankfurt!nachhaltig-reisen-2 Nachhaltiger Reisen: 10 Tipps, wie du deinen ökologischen Fussabdruck im Urlaub reduzierst IMG_9133-576x1024 Nachhaltiger Reisen: 10 Tipps, wie du deinen ökologischen Fussabdruck im Urlaub reduzierst

2. Emissionen kompensieren

Gleichzeitig sind aber viele Reiseziele ohne Flugzeug nicht zu erreichen. Da gilt, je weiter das Reiseziel, desto länger sollte der Aufenthalt am Zielort sein. Ist eine Flugreise nicht zu vermeiden, kannst du die schädlichen CO2 Emissionen, die du dadurch verursachst über seriöse Klimaschutzorganisationen wie mindfulflights oder ausgleichen. Dabei kannst du mithilfe eines Klimarechners deine Schadstoffbelastung des Fluges berechnen und du spendest den vorgeschlagenen Kompensationsbetrag an die jeweilige Organisation.

Das heisst aber nicht, dass du ohne schlechtes Gewissen munter weiterfliegen solltest, denn die Treibhausgase, die ein Flug verursacht, lassen sich durch die Kompensation nicht vermeiden. Das gespendete Geld fließt jedoch in weltweite Klimaschutzprojekte, die sich für die Einsparung von Treibhausgasen oder für das Aufforsten von Wäldern einsetzen und beeinflusst die Gesamtbilanz am Ende positiv.Screenshot-2020-02-29-at-23.32.35-1024x699 Nachhaltiger Reisen: 10 Tipps, wie du deinen ökologischen Fussabdruck im Urlaub reduzierst

3. Minimalistisch und nur das Notwendigste packen

Packe die Dinge ein, die du auch wirklich brauchst. Ganz nach dem Motto „weniger ist mehr“. Frage dich, ob du wirklich drei Paar Schuhe brauchst oder ein Paar auch reichen. Mir hilft jeweils eine genaue Outfit/Tagesplanung, damit wirklich nicht mehr als nötig in den Koffer oder Reisetasche kommt. Ausserdem packe ich automatisch weniger, wenn ich bei einem Flug nur Handgepäck gebucht habe. Das entlastet nicht nur dich, indem du weniger schleppen musst, sondern auch die Transportmittel. Je leichter du packst, desto weniger Emissionen werden beim Transport durch Flugzeug, Bahn oder Bus ausgestoßen.

4. Wiederverwendbare Trinkflaschen und Dosen nutzen

Eine wiederverwendbare Trinkflasche, beispielsweise aus Glas oder Edelstahl, sollte auf keinen Fall auf deiner Packliste fehlen. Ich nutze momentan die tolle Flasche von revie bottle, wo du mit jedem Kauf ein nachhaltiges Projekt unterstützt! In Ländern mit Trinkwasserqualität kannst du das Wasser direkt aus dem Hahn abfüllen und sonst gibt es grosse Behälter oder Dispenser zum Auffüllen. Mittlerweile sind an vielen öffentlichen Plätzen wie Flughafen, Hotels Trinkwasserstationen oder Brunnen zu finden.

Das Gleiche gilt auf für den Coffee-to-Go. Mit einem Mehrweg-Becher bekommst du nicht nur an den meisten Coffeeshop Rabatt, sondern du sparst Unmengen an Plastik und Pappmüll! Und auch Snacks können ganz leicht in eine Edelstahl oder Glasbox verpackt in der Tasche mitgenommen werden. So vermeidest du den unnötigen Müll durch die Convenience Produkte aus dem Regal.

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5. Nachhaltige Unterkunft buchen

Buche eine möglichst nachhaltige Unterkunft. Ziehe dabei inhabergeführte Unterkünfte oder auch airbnb den großen Hotelketten vor. Das ist persönlicher und macht dein Reiseerlebnis besonders intensiv. Zum Beispiel auf der Buchungsplattformen Good Travel gibt es verschiedene nachhaltige und authentische Unterkünfte in Europa, die unterschiedlichen Nachhaltigkeitskriterien entsprechen. Aber auch Booking.com verzeichnet ein steigendes Interesse an Öko Unterkünften (68% Reisende planen in nachhaltigen Unterkünften zu übernachten).

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6. Digital Reisen

Früher war ein dickes Buch als Reiseführer der Begleiter und Lektüre schlechthin. Heute kann man alles online googlen und spart somit Ressourcen. Ausserdem gibt es auch unzählige Apps oder Online Guides. Super toll finde ich den Lowimpactguide, ist der erste nachhaltige Reiseführer und beinhaltet viele tolle nachhaltige Reisetipps weg vom Massentourismus. Ausserdem, denke auch immer daran, anstatt alle Tickets und Buchungsbestätigungen auszudrucken, reicht meistens die digitale Version auf deinem Smartphone. Nur drucken, wenn ausdrücklich verlangt wird! So schützt du die Umwelt und trägst dazu bei, dass weniger Bäume gefällt werden, aber auch, dass letztendlich weniger Abfall produziert wird.

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7. Ressourcen in der Unterkunft sparen

Auch während des Aufenthaltes ist es wichtig, auf einen bewussten Umgang mit den Ressourcen zu achten. Schalte zum Beispiel die Klimaanlage und das Licht aus, wenn du dich nicht in der Unterkunft befindest. Drehe den Wasserhahn beim Zähneputzen zu, reduziere deine Zeit unter der Dusche und lasse deine Handtücher und Bettlaken nicht täglich wechseln, denn das spart nicht nur Wasser, sondern reduziert auch unnötigen Waschmittelverbrauch. Wenn vorhanden, solltest du ebenfalls auf die kleinen komplementären Shampoos & Co verzichten. Das ist bloß unnötiger Verpackungsmüll, den du einsparen kannst, wenn du auf ihn verzichtest.

8. Vegan oder vegetarisch ernähren

Vor einigen Jahren wurden Veganer noch total belächelt, aber langsam wird es vielen Menschen immer bewusster, dass dies die nachhaltigste Lebensweise ist. Dass die industrielle Massentierhaltung eines der größten Verbrechen der Menschheit ist, ist mittlerweile zum Glück bereits einigen Menschen bewusst, aber dass der Umwelteinfluss durch unsere Ernährung besonders hoch ist, das scheint noch nicht jedem klar zu sein.

Je nach Quelle werden bis zu 51 Prozent des weltweiten CO2 Ausstoßes auf die Massentierhaltung zurückgeführt und das ist weitaus mehr, als durch alle Autos, Flugzeuge und Schiffe der Welt zusammen entsteht. Daher bin ich der kompletten Überzeugung, dass jeder sich bewusst sein sollte, welche Auswirkungen der Konsum von Tierprodukten hat. Dadurch sterben und leiden nicht nur Milliarden von Tiere, sondern auch die Umwelt nimmt enormen Schaden (und selbst gesundheitlich ist die tierische Ernährung grosses Diskussionsthema.)

Kurhaus-Cademario-wellness-for-body-mind-and-soul3 Nachhaltiger Reisen: 10 Tipps, wie du deinen ökologischen Fussabdruck im Urlaub reduzierstvegane Küche im Kurhaus Cademario

9. Lokal & plastikfrei einkaufen

Kaufe dort, wo das Geld auch bei den Menschen ankommt. Ganz egal ob für den Reiseproviant oder Souvernirs. Kaufe bei der lokalen Bevölkerung. Dies kommt den Menschen vor Ort zu Gute und meist sind die Produkte so hochwertig, dass man noch lange daran Freude haben wird.

Seit in der Schweiz in den meisten Geschäften Plastiktüten kostenpflichtig sind, ist der Verbrauch deutlich gesunken. Leider ist das in vielen anderen Ländern noch nicht der Fall. Im Gegenteil, in den USA oder in Südostasien wird man an der Kasse regelrecht mit Plastiktüten zugeschmissen.

Das Einfachste, was du für den Umweltschutz und Nachhaltigkeit auf Reisen tun kannst, ist deshalb, immer einen Stoffbeutel oder kleine Rucksacktasche dabei zu haben.

10. Hinterlasse die Natur so, wie du sie vorgefunden hast

Die Natur kann nur gedeihen und weiter bestehen, wenn wir sie respektieren und schonen. Sei respektvoll der Natur gegenüber und hinterlasse sie so, wie du sie vorgefunden hast. Lasse keinen Müll liegen, sondern entsorge ihn entsprechend. Wenn du Plastikmüll auf deinem Wanderweg oder am Strand siehst, nimm ihn doch ganz einfach mit und werfe ihn in den nächsten Mülleimer. Das kann sogar für einen Nachahmeffekt bei anderen Reisenden und den Menschen vor Ort sorgen. Wir wollen doch alle noch lange an der schönen Umwelt teilhaben können.

Astoria-Seefeld-Entschleunigung-für-Körper-und-Seele44-1024x767 Nachhaltiger Reisen: 10 Tipps, wie du deinen ökologischen Fussabdruck im Urlaub reduzierstlokale Reise in Österreich (hier)

Jeder Schritt zählt!

Schaue nicht weg, sondern reflektiere dein eigenes Verhalten. Nutzt du bereits eine wiederverwendbare Flasche oder Dose? Fährst du so oft es geht ÖV statt Auto? Oder noch besser, nutzt du meist das Fahrrad oder gehst zu Fuss? Ernährst du dich vegan (oder schon mal vegetarisch)?

Das Allerwichtigste bei der ganzen Sache ist, dass wir so wenig Spuren wie möglich auf dieser Erde hinterlassen – egal ob im Alltag oder auf Reisen. Dabei spielt es keine Rolle, dass ein Mensch alles zu 100% richtig macht, sondern es geht viel mehr darum, dass alle Menschen auf dieser Welt ein bisschen was richtig machen.

Wie siehst du das? Wie leistest du deinen Beitrag?

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2 Comments

  • Reply
    Maiken Greimel
    Dienstag, der 3. März 2020 at 22:09

    Absolut wunderbar zusammengefasst! 🙂
    Vor allem das ‚minimalistische Packen‘ empfinde ich als tollen Tipp, leider scheitere ich daran trotzdem regelmäßig. Ich packe einfach viel zu oft Sachen ein, die ich gar nicht dringend brauche.
    Gerade jetzt bei meiner Interrail Zugtour durch Europa merke ich das mehr als sonst.
    Und seinen Müll immer mitnehmen und ordnungsgemäß entsorgen ist auch ein Muss!

    • Reply
      Michaela
      Mittwoch, der 4. März 2020 at 20:19

      Danke vielmals für dein Feedback liebe Maiken!
      Das mit dem Packen fällt mir in der Tat auch noch super schwer… wohin geht denn gerade deine Interrail Reise? Suche noch Tipps für Mai. Wollte da auch eine Tour machen 🙂

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